Informationen zur Ausstellungseröffnung Heiner Meyer – Kunst im Kabinett: Sebastian Speckmann
Mit der gemeinsamen Ausstellung von Heiner Meyer und Sebastian Speckmann präsentiert die Galerie zwei Künstler, deren Werke aus unterschiedlichen künstlerischen Traditionen hervorgehen und dennoch in einen intensiven Dialog treten. Meyers fotorealistische Pop-Art-Malerei und Speckmanns hochkomplexe Druckgrafik markieren zwei Pole zeitgenössischer Bildproduktion: maximale Sichtbarkeit und radikale Reduktion, Überfluss und Konzentration, Oberfläche und Tiefe. Gerade in dieser Gegenüberstellung entfaltet sich eine Spannung, die den Blick schärft und Wahrnehmung neu justiert.
Der Ausstellungsraum wird so zu einem Feld wechselnder Intensitäten. Meyers Gemälde dominieren durch Präsenz, Farbe und ikonische Klarheit, während Speckmanns Arbeiten Nähe verlangen und sich erst in der stillen Betrachtung vollständig erschließen. Beide Positionen eint eine kompromisslose technische Meisterschaft und ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Macht der Bilder. Gemeinsam zeichnen sie ein vielschichtiges Bild unserer Gegenwart, in dem Konsum, Erinnerung, Melancholie und ästhetische Verführung nebeneinander bestehen.
- Eröffnung: 08. Juni – 19:00
- Ausstellungsdauer: 19. Juli
Kunstwerke der Ausstellung
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Mathias Kloser
He that breaks a thing to find out what it is has left the path of wisdom, 2012-2017
34 x 24 cmMischtechnik auf Papier, gerahmt

Charlotte Seyerl
Blick, 2019
17 x 19 cmTempera, Bleistift, Aquarellfarbe auf Papier

Erich Steininger
- und so weiter - XIII, 2004
50 x 40 cmHolzschnitt

Louis Szápáry
Pillberg, 2024
30 x 20 cmÖlfarbe auf Holzplatte

Patric Schmierer
Polaroid 12, Revolution, 2024
20 x 15 cmÖl auf Holz

Wolfgang Stifter
Serie "Aus meinem Zoogarten", 2021
25 x 17 cmMischtechnik auf Papier

Antonio Tamburro
Donna al balcone, 2024
90 x 120 cmÖl und Acryl auf Leinwand

Christoph Kaltseis
Der Fliegenfänger, 1/25, 2022
30 x 42 cmRadierung

Heiner Meyer
First Step III, 2025
60 × 60 cmÖl auf Leinwand

Hubert Schmalix
Landscape, "Smooth Waterfall", 2017
90 x 70 cmÖl auf Leinen

Robert Schuster
o.T., 2020
50.5 x 60.5 cmÖl auf Leinwand

Siegfried Anzinger
o.T., 2023
63 × 58 cmLeimfarbe auf Leinwand
Heiner Meyer
Heiner Meyer (*1953 in Bielefeld) ist eine Ausnahmeerscheinung der deutschen Gegenwartskunst und gilt als unbestrittener Meister der zeitgenössischen Pop-Art. Er studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und war Meisterschüler bei Malte Sartorius. Prägende Jahre verbrachte er in Spanien, wo er eng mit Salvador Dalí zusammenarbeitete. Diese Erfahrung von Exzentrik, Inszenierung und handwerklicher Präzision ist bis heute in seinem Werk spürbar.
In Meyers Gemälden prallen Bildwelten aufeinander: Antike Skulpturen, kunsthistorische Zitate und klassische Körperideale treffen auf Supermodels, Luxusfahrzeuge und globale Marken wie Chanel oder Louis Vuitton. Mit fotorealistischer Genauigkeit malt er Glanz, Lichtreflexe und Oberflächen und erschafft Bilder von verführerischer Perfektion. Meyer verzichtet bewusst auf moralische Wertungen. Er beobachtet das Zusammenspiel von Erotik, Status und Vergänglichkeit und friert den schönen Schein unserer Konsumgesellschaft in Öl ein. Mit über 300 Einzelausstellungen weltweit zählt er zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern seiner Generation.
Sebastian Speckmann
Sebastian Speckmann (*1982 in Wolfen) ist ein grafischer Virtuose, der aus der Tradition der Leipziger Schule hervorgegangen ist. Er studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, zunächst bei Neo Rauch, später als Meisterschüler von Heribert C. Ottersbach. Speckmann hat sich einer Technik verschrieben, die lange als unterschätzt galt: dem Linol- und Holzschnitt.
Was bei vielen mit groben Konturen assoziiert wird, führt Speckmann an die Grenze des technisch Machbaren. Mit äußerster Präzision schneidet er feinste Raster und Strukturen in die Druckplatten, die aus der Distanz an digitale Pixel oder körnige Fotografien erinnern. Seine Motive verlassene Interieurs, rätselhafte Landschaften oder stille Porträts tragen eine romantische, bisweilen unheimliche Melancholie. Speckmann arbeitet nach dem Prinzip des Wegnehmens und schneidet das Licht aus der Dunkelheit heraus. So entstehen Bilder von enormer Dichte und atmosphärischer Tiefe. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Preis der Paper Positions, sowie internationale Ausstellungen belegen die Aktualität seiner Arbeit.
In der gemeinsamen Präsentation von Heiner Meyer und Sebastian Speckmann entsteht eine Ausstellung, die Gegensätze nicht auflöst, sondern produktiv nebeneinander stellt und gerade dadurch einen konzentrierten, vielschichtigen Blick auf die Bildwelten der Gegenwart eröffnet.



