Informationen zur Gruppenausstellung Jakob Gasteiger, Peter Niedertscheider und Alexander Ruthner
Diese Ausstellung vereint drei Künstler, deren Werke auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade darin ihre besondere Harmonie entfalten. Malerei ohne Pinsel, Skulptur fast ohne Volumen und eine Malerei, die zwischen Gegenstand und Auflösung oszilliert. Was sie verbindet, ist ein radikales Nachdenken über Oberfläche, Material und Wahrnehmung.
Die Arbeiten von Jakob Gasteiger, Peter Niedertscheider und Alexander Ruthner treten nicht in Konkurrenz, sondern stehen nebeneinander wie drei unterschiedliche Sprachen, die über dieselben Themen sprechen. Es geht um Reduktion und Intensität, um das Sichtbarwerden von Zeit im Material, um das Verhältnis von Kontrolle und Loslassen. Der Ausstellungsraum wird dabei zum Resonanzkörper: Licht, Schatten und Bewegung der BetrachterInnen aktivieren die Werke immer wieder neu.
Gemeinsam erzeugen die drei Positionen eine Atmosphäre konzentrierter Stille, die nicht leer, sondern hoch aufgeladen ist. Gasteigers rhythmische Farbrillen antworten auf Niedertscheiders kaum merkliche Tiefen im Stein, während Ruthners malerische Gesten wie ein pulsierender Gegenpol wirken. Die Ausstellung entfaltet sich als choreografiertes Nebeneinander, in dem jedes Werk Raum lässt für die anderen und für die Wahrnehmung.
- Eröffnung: 13. April – 19:00
- Ausstellungsdauer: 31. Mai
Kunstwerke der Ausstellung

Jakob Gasteiger
o.T., 2020
140 x 140 cmAcryl auf Sperrholz

Peter Niedertscheider
Sommerstück, 2025
23 x 45 cmRelief auf Carrara Marmor

Peter Niedertscheider
Orchidee Mit Mosaikstein, 2026
22 x 20 cmKalkstein

Jakob Gasteiger
o.T., 2002
17 x 14 cmAcryl auf alten Foto

Alexander Ruthner
Landscape Version 12 (Traunsee), 2026
100 x 100 cmÖl auf Leinwand

Peter Niedertscheider
o.T., 2023
14.5 x 20.5 cmSteinätzung, Untersberger Marmor

Jakob Gasteiger
o.T., 2024
60 x 60 cmAcryl auf Leinwand

Alexander Ruthner
Landschaft Version 10 (In The City Vers), 2026
130 x 100 cmÖl auf Leinwand

Jakob Gasteiger
o.T., 2024
40 x 50 cmAcryl auf Leinwand

Alexander Ruthner
Landscape Version 8 (Estremadura Bunuel Mix), 2026
185 x 185 cmÖl auf Leinwand

Jakob Gasteiger
o.T., 2023
80 x 80 cmAcryl auf Leinwand

Alexander Ruthner
Grün Und Blaue Landschaft, 2026
110 x 100 cmÖl auf Leinwand
Jakob Gasteiger
Jakob Gasteiger (*1953, Salzburg) hat die Malerei von einer ihrer zentralen Gewissheiten befreit: dem Pinsel. Mit Kartonkämmen zieht er pastose Farbe in gleichmäßigen Bahnen über Leinwand oder Sperrholzplatten. Farbe wird bei ihm nicht zum Mittel der Darstellung, sondern zum eigentlichen Inhalt. Seine Werke sind Selbstdarstellungen der Farbe: präzise, ruhig und zugleich sinnlich.
Die gezogenen Rillen reagieren sensibel auf Licht und Standort, erzeugen Schatten, Vibration und Tiefe. Malerei wird zu einem körperlich erfahrbaren Ereignis. Als wichtiger Vertreter der Analytischen Malerei steht Gasteiger für eine radikale Reduktion, die paradoxerweise maximale Präsenz erzeugt.
Peter Niedertscheider
Peter Niedertscheider (*1972, Lienz) arbeitet mit Stein und entzieht ihm das Monumentale. In Marmor und Kalkstein realisiert er feinste Flachreliefs, oft nur wenige Millimeter tief. Mit der Technik des Rilievo Schiacciato entstehen Oberflächen, die weich wirken, fast textil, obwohl sie aus hartem Material bestehen.
Charakteristisch ist das Spiel mit dem Unvollendeten: hochpräzise Partien stehen neben roh belassenen Flächen. So entsteht eine Spannung zwischen klassischer Skulptur und zeitgenössischer Abstraktion. Niedertscheiders Arbeiten verlangen Nähe, langsames Sehen und Aufmerksamkeit für minimale Verschiebungen.
Alexander Ruthner
Alexander Ruthner (*1982, Wien) bewegt sich souverän zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Ausgangspunkt seiner Malerei sind oft vertraute Motive: Blumen, Pflanzen, Fragmente von Natur, die sich im Malprozess zunehmend auflösen. Entscheidend ist nicht das Motiv, sondern der Akt des Malens selbst: Schichtung, Übermalung, Duktus.
Ruthners Bilder tragen Spuren von Zeit, von Korrektur und Verdichtung. Farben beginnen zu flirren, Formen verlieren ihre Eindeutigkeit. Seine Malerei ist sinnlich und zugleich reflektiert, ein permanentes Austarieren zwischen Kontrolle und Offenheit.





